Institut für Allgemeine Sprachwissenschaft
Übung: "Einführung in die Techniken wissenschaftlichen Arbeitens"
Hartwig Franke, M.A. / Jan Wohlgemuth M.A.
Einführungen und Lexika zur Allgemeinen Sprachwissenschaft
— kommentierte Auswahlbibliographie —
Sofern vorhanden, ist die Signatur der Institutsbibliothek (IfAS) angegeben.
- Bartschat, Brigitte: Methoden der Sprachwissenschaft. Von Hermann Paul bis Noam Chomsky. Berlin: Erich Schmidt, 1996. 188 S.
- Ein umfassender (und sehr preiswerter)
Überblick über Linguisten und linguistische Schulen der
letzten 150 Jahre. Biographien und Bibliographien runden die Texte zu
den einzelnen Bereichen ab, in denen auch die wichtigsten Werke zum
Thema kurz angesprochen werden. Hier findet man auf 188 Seiten
kondensiert einen sehr guten Überblick über die Geschichte
der verschiedenen linguistischen Schulen und deren wichtigste
Vertreter.
- Bussmann, Hadumod: Lexikon der Sprachwissenschaft. 3., aktualis. u. erw. Aufl. Stuttgart: Kröner 2002. 783 S. (2. Auflage: <Wk 269, Wk 270, Wk 271>)
- Frau Bussmanns Lexikon ist das
preisgünstigste deutschsprachige Linguistik-Lexikon. Die neue 3.
Auflage ist um Klassen besser als die 2., und als etwas günstigere
(aber immer noch weniger umfangreiche) Alternative zum Lexikon von
Helmut Glück zu empfehlen. -- Die zweite Auflage (1990) ist
streckenweise zu knapp gehalten und hat entschieden zu viele Kreuz- und
Querverweise. Als Ergänzung hilfreich, als einziges Lexikon
für die private Bibliothek etwas zu wenig.
- Campbell, George L.: Compendium of the world's languages
/ by George L. Campbell. - Bd. 1. Abaza to Lusatian. London et al.:
Routledge, 1991. XXIV, 828 S. <Wk 400> - Bd. 2. Maasai to Zuni.
London et al.: Routledge, 1991. S. 829-1574. <Wk 401>
- Eine Zusammenstellung von 300 Sprachen aus aller
Welt - mit Kurzbeschreibung und Beispieltext. Ein erster Zugang zu
Sprachen und Sprachfamilien, die man kennen lernen will. Die
zweibändige Ausgabe steht im Institut zur Verfügung. Von
einer Anschaffung ist abzuraten (kostet ca. 400 US-$). Die
Kompaktausgabe (40 $) ist entsprechend knapp gehalten und fachlich
teilweise oberflächlich und fehlerhaft.
- Crystal, David: Die Cambridge Enzyklopädie der Sprache.
Übers. u. Bearb. d. dt. Ausg. v. Stefan Röhrich, Ariane
Böckler und Manfred Jansen. Frankfurt am Main / New York: Campus,
1995. IX, 478 S. <Handapparat Tutorium>
- Weniger ein Lexikon als vielmehr ein reich
illustrierter Rundgang durch die volle Bandbreite der
Sprachwissenschaft. Nicht unbedingt durchweg zitierfähig, aber auf
jeden Fall der beste Zugang zum Fach. Eine sehr umfassende
Bibliographie und gute Indizes runden das Werk ab. Wer sich für
Linguistik interessiert, wird dieses Buch nicht missen wollen.
- Crystal, David: The Cambridge Encyclopedia of Language. 2. Aufl. Cambridge / New York / Melbourne: Cambridge University Press, 1997. <Einsehbar im Büro Franke>
- Die zweite Auflage der Originalausgabe. Manchmal
etwas preisgünstiger als die Übersetzung. Da sie den Leser
sprachlich nicht überfordert, ist sie mindestens genau so
empfehlenswert. Natürlich ist die Fachbibliographie etwas anders
als die der deutschen Ausgabe.
- Fromkin, Victoria / Rodman, Robert: An Introduction to Language. 7. Aufl. Fort Worth et al.: Harcourt Brace, 2002. 680 S. <Bb 125 (ältere Auflage)>
- Um dieses unverschämt teure Buch (fast 60
Euro!) kam man in der Einführungsübung lange Zeit (und in der
Anglistik heute noch) nicht umhin. Es ist ein weit verbreitetes
Standardwerk (insbesondere in den USA), hat aber leider eine Reihe
grober Fehler und inakzeptabler Verallgemeinerungen, weswegen es
inzwischen auch nicht mehr Pflichtlektüre am IfAS ist. Die Autoren
verwenden Beispiele aus Sprachen, die sie nicht verstehen - das geht
manchmal schief, auch in den jüngsten Auflagen. Die verwendete
„phonetische" Lautschrift ist ein amerikanisches individuelles
System, das man auf keinen Fall erlernen sollte! Da alle vergleichbaren
Einführungswerke ähnlich problematisch sind, ist das
Prädikat „geringstes Übel" durchaus noch als Lob zu
verstehen.
- Glück, Helmut [Hrsg.]: Metzler Lexikon Sprache. 2. überarb. u. erw. Aufl. hrsg. von Helmut Glück. Stuttgart / Weimar: Metzler, 2000. XXVIII, 817 S. <Wk 112>
- Das umfangreichste und umfassendste
deutschsprachige Lexikon zur Linguistik. Sehr ausführliche
Erklärungen und Illustrationen nicht nur zu Fachbegriffen, sondern
auch zu Sprachen und Sprachfamilien machen dieses Lexikon zu einem sehr
hilfreichen Werkzeug. Hauptfachstudierenden und allen, die neben ASW
vielleicht noch Germanistik studieren, ist dieses Lexikon sehr zur
Anschaffung empfohlen.
- Grewendorf, Günther / Hamm, Fritz / Sternefeld, Wolfgang: Sprachliches Wissen. Eine Einführung in moderne Theorien der grammatischen Beschreibung. (8. Aufl.) Frankfurt a.M.: Suhrkamp, (1996). (= stw; 695). 467 S. <Bb 113 (ältere Auflage)>
- Wer einen guten Einblick in Theorien und
Beschreibungsweisen der Linguistik sucht, wird mit diesem Werk in die
wichtigsten Bereiche eingeführt. Weniger ein Nachschlagewerk als
vielmehr eine gute Lektüre für Linguisten in allen
Studienphasen.
- Herberman, Clemens-Peter / Gröschel, Bernhard / Waßner, Ulrich H.: Sprache
& Sprachen. Fachsystematik der Allgemeinen Sprachwissenschaft und
Sprachensystematik. Mit ausführlichen Terminologie- und
Namenregistern. Unter Mitwirkung von Hartwig Franke und Thomas Gehling.. Wiesbaden: Harrassowitz 1997. 630 S.
dies.: Sprache & Sprachen. Band 2: Thesaurus für Allgemeine Sprachwissenschaft und Sprachenthesaurus. Unter Mitwirkung von Ludger Kaczmarek. Wiesbaden: Harrassowitz 2002. 389 S.
- Eine umfassende Systematik sowohl der Termini und
Gegenstände der allgemeinen Sprachwissenschaft als auch der
Sprachen, Sprachennamen und Sprachfamilien.
- Homberger, Dietrich:: Sachwörterbuch zur Sprachwissenschaft. Stuttgart: Reclam, (2000). 666 S.
- Ein Buch, dessen Verriss nicht auf diese Seite passt. Finger weg von diesem Unsinn!.
- Lewandowski, Theodor: Linguistisches Wörterbuch. 6. Aufl.
Heidelberg / Wiesbaden: Quelle & Meyer, 1994. Bd. 1. A-H. 415 S.,
Bd. 2. I-R. S. 416-882., Bd. 3. S-Z. S. 883-1287. (= UTB; 1518) 1287 S.
<Wk 29>
- Das dreibändige Werk ist wohl das Bekannteste
seiner Art. Zwar sind weniger Stichwörter aufgeführt, diese
jedoch werden umfassend erklärt und in einen theoretischen
Zusammenhang gefügt. Neben weiterführenden Literaturhinweisen
werden die Fachbegriffe meistens auch mit synonymen Termini und den
englischen, französischen und russischen Entsprechungen
aufgeführt.
- Linke, Angelika / Nussbaumer, Markus / Portmann, Paul R.: Studienbuch Linguistik. 2. Aufl., ergänzt um ein Kapitel "Phonetik und Phonologie" von Urs Willi. Tübingen: Niemeyer, 1994. (= RGL; 121). 463 S.
- Eigentlich eher eine Enführung in die
germanistische Linguistik, ist dieses Buch aber vor allem wegen seiner
gründlichen Einführung in die gängigen Theorien und
Schulen und deren Beschreibungstechniken sehr hilfreich. Fürs
Selbstlernen bestens geeignet.
- Lyons, John: Einführung in die moderne Linguistik. 8. unv. Aufl. München: Beck, 1995. XXII, 538 S. <Bb 27>
- Ob nun die Übersetzung oder das Original
„Introduction to theoretical linguistics", dieses Buch ist
unbestritten eine Klasse für sich. Wo immer in der Fachliteratur
Definitionen gefragt sind – aus diesem Werk zitieren sie alle.
Kaum eine Einführung in die (v.a. stukturalistische) Linguistik
ist so fundiert und so bedeutend wie diese. Von der
Einführungsübung bis zum Magisterexamen ein sehr
nützliches Buch!
- Radford, Andrew et al.: Linguistics. An introduction. Cambridge: University Press, 1999. XVI, 438 S. <Bb 88>
- Beinahe wäre dies das Lehrbuch der
Einführungsübung geworden. Neben dem relativ hohen Preis
spricht aber sicherlich auch dagegen, dass der Autor hier eher
generative Linguistik betreibt, die an unserem Institut nicht zum
Standardprogramm gehört. Wer aber Informationen und Anleitungen zu
Arbeitsweisen der generativistischen Schule sucht, wird gern auf dieses
Werk zurück greifen.
Hinweis: Die aufgeführten Titel sind wichtige
linguistische Wörterbücher, Lexika, oder
Gesamteinführungen in die Allgemeine Sprachwissenschaft. Werke zu
Einzeldisziplinen und zum Bereich Klinische Linguistik sind hier aus
Platzgründen bewusst weggelassen worden.
Bibliographischer Hinweis: die Anmerkungen in Kursivschrift gehören nicht in eine Bibliographie.
Siglen für Reihentitel:
RGL = Reihe Germanistische Linguistik; stw = Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft; UTB = Uni-Taschenbücher
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Zuletzt geändert: 26. September 2002
Erstmals erstellt: 20. Oktober 1997